Lars David Kellner

Lars David Kellner hat sich intensiv mit Franz Liszts musikalischem Spätwerk auseinandergesetzt. Dies gilt nicht nur in Bezug auf das Klavier, sondern auch auf das Harmonium - einem Instrument, dem der Komponisten vor allem in späteren Lebensjahren regelmäßig seine Beachtung schenkte.

Hier ein Auszug aus dem Booklet:

Den Werken ist oft eine atmende Dynamik zu eigen, sie sind ganz nach innen gerichtet – genauso wie der Luftstrom im Harmonium. Daher erscheint für den musikalischen Vortrag ein Saugwind-Instrument mit seinem intimen Klang geradezu prädestiniert.

Mit der expliziten Instrumentierung „für Harmonium oder Orgel“ (z. B. »Papst-Hymnus«) oder "piano ossia armonium" (»Weihnachtsbaum«) weist Liszt dem Harmonium eine ebenbürtige Rolle gegenüber anderen Tasteninstrumenten zu. Trotz alledem finden sich viele Stücke bis dato nur auf der Orgel oder dem Klavier eingespielt – professionelle Einspielungen auf dem Harmonium sind selten oder liegen überhaupt nicht vor.

Lars David Kellner stand für diese Einspielung ein großes Saugwindharmonium von Mannborg zur Verfügung. Die hochauflösende Audio-Aufnahme (24 bit-Technologie) entstand in einer Kirche bei München, wobei der natürliche Hall des Gebäudes original beibehalten werden konnte.

Aufnahme: Evangelische Kapelle Haar, Mannborg Harmonium.

Lars David Kellner (Harmonium).

Das Album enthält einige Ersteinspielungen für Harmonium:

Weihnachtsbaum (S. 186/I)

Ave Maria (S. 545)

A Magyarok Istene (S. 674)

Gebet (S. 265)

Der Papst-Hymnus (S. 261)


Dass das Harmonium für Franz Liszt nicht nur eine instrumentale Randerscheinung oder ein exotisches Stilmittel war, beweisen seine zahlreichen ausdrücklich (ausschließlich oder alternativ) mit Harmonium besetzten Werke. Bekanntlich besaß er selbst einige solcher Instrumente und hat sicher auch zu ihrer klanglich-technischen Entwicklung beigetragen, wie das auch und vor allem für das Klavier und das Orchester gilt.

Deutsche Liszt-Gesellschaft

Erscheinungsdatum: June 4, 2020
Label: recordJet
Anzahl Tracks: 12
Gesamtspielzeit: 48:16