Lars David Kellner

Onetz (21.10.2025): Beer-Walbrunn-Tage in Kohlberg - Ein Konzertabend voller musikalischer Kostbarkeiten

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Beer-Walbrunn-Tage in Kohlberg: Ein Konzertabend voller musikalischer Kostbarkeiten


Für einen musikalischen Hochgenuss sorgen der Harmonist Lars David Kellner und die Rezitatorin Susanne Sperrhake bei den diesjährigen Beer-Walbrunn-Tagen.


Kohlberg. (swi)

Der Vorsitzende des Anton Beer-Walbrunn Kunst- und Kulturvereins Kohlberg, Martin Valeske, kündigte bei der Begrüßung ein außergewöhnliches Konzert an und hielt sein Versprechen. Es folgte ein unvergesslicher Abend, bei dem ein seltenes Tasteninstrument (...) im Mittelpunkt standen. Verantwortlich dafür waren der mehrfach diplomierte Pianist und Harmonist Lars David Kellner sowie die Rezitatorin Susanne Sperrhake.


Gleich zu Beginn des Wort-Musik-Konzerts stellte Sperrhake das mitgebrachte Instrument vor: „Das Kunstharmonium, das Sie hier sehen, ist 100 Jahre alt und eine absolute Rarität“. Welche Vorzüge dieses nur selten zu hörende Instrument gegenüber der klassischen Orgel hat, machte Lars David Kellner durch die Auswahl der Stücke deutlich. Auf dem Programm standen Werke des Kohlberger Komponisten Anton Beer-Walbrunn sowie seiner Zeitgenossen Sigfrid Karg-Elert, Max Reger, Leos Janacek und Franz Liszt, dessen Spätwerk ob seines intimen Chatakters geradezu prädestiniert für die warmen Klänge des Kunstharmoniums ist.


Bei allen Stücken bewies Kellner eindrucksvoll, warum er zu Recht als Virtuose des Harmoniums gilt: Der gebürtige Weidener nutzte alle dynamischen Möglichkeiten des Instruments und wechselte spielerisch zwischen zarten, satten und ausdrucksstarken Tönen. Die für das Kunstharmonium typische Klangmischung aus Akkordeon, Orgel und Orchester erfüllte den Innenraum der gut besuchten evangelischen Nikolauskirche in Kohlberg.


Dass der Abend zu einem Erlebnis voller emotionaler Tiefe wurde, war auch Susanne Sperrhake zu verdanken, die mit ihrer ausdrucksstarken Sprechstimme überzeugte. Fundiert und unterhaltsam führte sie das Publikum mit Auszügen aus Tagebüchern und Briefen in die Gefühlswelt der Komponisten ein. Klang und Wort wechselten sich ab und bildeten ein harmonisches Ganzes.


Am Ende des Abends hatten die interessierten Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei fiel auch das ungewöhnliche Schuhwerk des Harmonisten auf. „Ich trage Ballettschühchen, um an Sohle zu sparen. Nur so bringe ich meine Knie unter die Querleiste des Instruments, das ursprünglich für kleinere Menschen konzipiert war“, erklärte Lars David Kellner mit einem Schmunzeln.

Traditionell schlossen die Beer-Walbrunn-Tage auch in diesem Jahr mit einem kirchenmusikalischen Gottesdienst ab, der von Lars David Kellner, Organist Hanns-Friedrich Kaiser und Mitgliedern der Kantorei Weiden gestaltet wurde.


swi, Onetz