S. Karg-Elert: Sieben Idyllen, Op. 104 (Lars David Kellner)
Sigfrid Karg-Elert: Idyllen (Opus 104)
Im Vorwort, das Karg-Elert unter Pseudonym verfasste, fordert Karg-Elert die Disposition eines Normalharmoniums, insbesondere mit Subbassregister. Die Idyllen knüpfen laut Komponist formal und inhaltlich an die Opera 102 und 103 an und zeigen erneut die Nähe Karg-Elerts zum musikalischen Impressionismus. Werke wie Sommerfäden oder Wolken über See arbeiten mit flächigen Klanggrundlagen und ausgeprägter Chromatisierung, wodurch statische Atmosphären und feine Farbnuancen entstehen. Karg-Elert selbst spricht in diesem Zusammenhang von „Expressionismus“. Naheliegend ist daher eine Ausführung auf einem expressiven Saugwind-Kunstharmonium. Die Doppel-Expression erlaubt hier ein voneinander unabhängiges An- und Abschwellen von Bass und Diskant. Findet die Vox humana Verwendung, so ist sie nicht bloß ein technisches Surrogat, sondern ein prägendes Klangelement des Saugwindsystems, das eine eigene, tremulierend-farbige Dimension eröffnet.
Instrument: Saugwind-Kunstharmonium (Lindholm); Aufnahme: Mai 2025