Lars David Kellner

Janáček: Feuilletons

Leoš Janáček in Wort und Musik: 6 Feuilletons aus den »Lidové noviny«

'Die Musik, die aus den Instrumenten und aus den Noten klingt, sei es nun Beethoven oder wer auch immer – ist zu wenig lebenswahr. Wissen Sie, es war merkwürdig: Jemand sprach mich an, und ich verstand seine Worte vielleicht gar nicht recht – aber dieser Tonfall! Die Töne, der Tonfall der menschlichen Rede, der Stimme aller Lebewesen, sie bedeuten für mich die tiefste Wahrheit. Das sind eben meine Fenster in die Seele'.

Diese Worte, die Leoš Janáček hier am 8.5.1925 in einem Interview für die Zeitschrift »Literární svět« wählt, machen eines deutlich: Sprache und Musik sind für ihn untrennbar miteinander verwoben. So verwundert es nicht, daß Janáček über dreißig Jahre lang Feuilletons für die tschechische Zeitung »Lidové noviny« schrieb. Diese Niederschriften, die häufig mit Notenbeispielen ausgeschmückt sind, stellen eine wundersame Synthese aus Wort und Musik dar, die bemerkenswerte Einblicke in das Seelenleben des tschechischen Komponisten gewährt.

Dem ausführenden Pianisten begegnen hier mitunter kurze Klavier-Stückchen: Spontane Eindrücke, Blickwinkel oder Stimmungen, die der Komponist darin einfängt. Einige sind flüchtig, wirken fragil; manchmal sind sie nur bruchstückhaft.

Für sich allein sind diese musikalischen Aphorismen auf der Bühne wohl eher schwer vermittelbar. Viel verständlicher und plastischer wird deren Aussage jedoch, wenn man sie in ihren ursprünglichen verbalen Kontext setzt.

Diese Audio-Produktion präsentiert diejenigen Feuilletons Leoš Janáčeks in Sprache und Musik, bei denen ein Tasteninstrument vorkommt. Neben 5 Stücken für Klavier (JW VIII/20, 25, 26, 27 & 31) ist hier zum ersten Mal überhaupt ein Fragment für Spinett und Flöte (JW IX/8) zu hören.

Die Aufnahme erfolgte mit 24 bit-Technologie (HD audio) in einem Konzertsaal und einer Kirche bei München. Der natürliche Raumklang wurde unverändert beibehalten. Verwendung fanden hochwertige Instrumente der Firmen Steinway und Sperrhake.

Aufnahme: Kleines Theater Haar, Steinway D & Evangelische Kapelle Haar, Spinett Sperrhake.

Lars David Kellner (Klavier, Spinett), Katalin Remitzky (Flöte), Jerzy May (Sprecher)

Mit der Ersteinspielung von »Sanssouci« (JW IX/8).

Erscheinungsdatum: December 1, 2020
Label: recordJet
Anzahl Tracks: 6
Gesamtspielzeit: 8:39