A. Beer-Walbrunn: Bearbeitungen deutscher Lieder (Lars David Kellner)
Anton Beer-Walbrunn, Komponist und Musikpädagoge, wurde 1864 in Kohlberg in der Oberpfalz geboren. Sein Œuvre umfasst Werke für nahezu alle Instrumentengattungen, darunter auch groß angelegte Kompositionen für die Orgel. Eigenständige Solowerke für Harmonium hat Beer-Walbrunn zwar nicht hinterlassen, dennoch kommt diesem Instrument in mehreren seiner Orchesterwerke und Opern eine durchaus bedeutende Rolle zu.
Einen nachhaltigen Beitrag zur Musikpädagogik leistete Beer-Walbrunn mit seinen Liederbüchern für höhere Mädchenschulen und Knabenmittelschulen. Diese Sammlungen vereinen geistliche und weltliche Volkslieder sowie volkstümliche Kunstlieder und orientieren sich eng an den damaligen Lehrplänen, in denen das Singen eine zentrale Stellung einnahm. Noch in den 1920er- und 1930er-Jahren galten diese Liederbücher als Standardwerke des schulischen Musikunterrichts.
Das Harmonium, dessen Tonerzeugung – ähnlich der menschlichen Stimme – auf dem wohldosierten Einsatz von Luft basiert, erweist sich als besonders geeignet für die Interpretation dieses von Beer-Walbrunn kunstvoll bearbeiteten Liedguts. In seiner klanglichen Anlage verbindet es Tragfähigkeit mit einer gewissen menschlichen Intimität, wodurch es melodische Linien differenziert ausformen kann. Gerade im solistischen Kontext entfaltet das Instrument exemplarisch seine Qualitäten.
Der Interpret Lars David Kellner, aus der Nachbargemeinde von Kohlberg stammend, spielt ausgewählte Liedsätze aus diesen Sammlungen auf seinem Saugwind-Kunstharmonium. Mit seinem charakteristischen, an das Akkordeon erinnernden Klang schlägt das Harmonium zudem eine Brücke zur süddeutschen Volksmusiktradition, in der ähnliche Klangfarben seit jeher fest verankert sind.
Martin Valeske, Lars David Kellner
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